Café Jelinek

Ich kenne kein anderes Kaffeehaus als das Jelinek, das so sehr in der Zeit stehen geblieben ist wie das Jelinek. Hier atmet alles Geschichte: die alten Holzmöbel mit tannengrünem Stoffbezug, die vom Rauch grau-schwarze Decke, die renovierungsbedürftigen Fenster und die leicht vergilbten Tapeten.
Der Holzboden hat unzählige Schritte überstanden – und wird sicher noch viele aushalten. Im Zentrum steht ein kunstvoll gestalteter, eiserner Heizofen. An den Wänden hängen Bilder von Prominenten, dazwischen Spiegelelemente und allerlei Kleinigkeiten, sodass man gar nicht weiß, wohin man zuerst schauen soll.
Kein Platz bleibt hier lange leer – Menschen kommen und gehen, das Jelinek lebt.
Das Kaffeehaus erstreckt sich über zwei Ebenen, die über eine Treppe miteinander verbunden sind. Durch die großen, verglasten Seitenflächen fällt ausreichend Tageslicht in den Innenraum. Bei Schönwetter lädt ein großzügiger Schanigarten mit Sonnenschirmen zum Verweilen ein.
Schoko-Nuss-Gugelhupf, außen leicht knusprig, innen angenehm saftig: eine Nussmasse mit Stücken herber, dunkler Schokolade, die sich wunderbar einfügen. Ein klassischer Gugelhupf, schlicht, aber voll im Geschmack – so wie das Jelinek selbst: unverfälscht, charmant und ein Stück Wiener Kaffeehausgeschichte.
Café Jelinek
Otto-Bauer-Gasse 5
1060 Wien









