Café Naschkätzchen

Sep. 20, 2026 | Kaffee und Kuchen, Lokale

Ich würde das Naschkätzchen als ein uriges Stadtcafé bezeichnen. Schon beim Eingang führt ein Stiegenabgang nach unten, und kaum unten angekommen, fällt der Blick direkt auf die Vitrine, die selbst um 16:00 Uhr noch vollständig bestückt ist – ein Anblick, der in vielen Cafés längst keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Mobiliar und Dekoration lassen sich stilistisch klar Ende der 80er-, Anfang der 90er-Jahre einordnen. Holz dominiert den Raum, ergänzt durch reichlich Spiegel, die das Lokal größer wirken lassen. An den Wänden finden sich zahlreiche Bilder mit Katzenmotiven, eingebettet in klassische Kaffeehaus- und Patisserie-Themen. Alles wirkt etwas aus der Zeit gefallen, aber genau das verleiht dem Ort seinen eigenen, unverwechselbaren Charakter.

Meine Wahl fiel auf das Maroniherz – wobei „Herz“ eher symbolisch zu verstehen ist. Tatsächlich handelt es sich um eine dünne, schwarz glasierte Scheibe, die durch die Kühlung sichtbare Feuchtigkeitsflecken aufweist. Das Innenleben aus Maronipüree bleibt geschmacklich leider blass. Weder Rum noch Zimt sind zu erkennen, es fehlt an Tiefe, Feinheit und einer klaren aromatischen Ausrichtung. Beim Verkosten bleibt vor allem eines präsent: Süße – sonst wenig. Ein Stück, das Potenzial hätte, dem es jedoch an sorgfältigem Abschmecken mangelt.

Cafe Naschkätzchen

Taborstraße 23
1020 Wien

www.cafe-naschkaetzchen-wien.at