Café Zartl

Von der Straße aus wirkt das Café Zartl eher unscheinbar – fast so, als wäre es geschlossen. Öffnet man jedoch die mit Milchglas versehene Tür, gelangt man zunächst in einen alten Windfang. Durch zwei kleine Fenster lässt sich bereits ein erster Blick ins Innere erhaschen.
Drinnen angekommen prägen kühle Steinplatten den Boden, dazu klassische Wiener Marmortische und Holzsessel. Sitzabteile mit gut erhaltenem Stoffbezug, vereinzelt platzierte Pflanzen und große Fenster sorgen für eine angenehme Mischung aus Licht und Gemütlichkeit. Alte Lampen hängen von der Decke, während Bilder, Dokumente und persönliche Gegenstände die weißen Wände schmücken. Auf der Mehlspeisvitrine thront eine alte Geige samt Geigenkoffer.
Das akustische Herzstück des Cafés ist ein Klavier, das tatsächlich bespielt wird und im ganzen Raum zu hören ist. Gespielt werden Lieder aus der Kaiserzeit – ich hatte das Glück, „Im Prater blühen wieder die Bäume“ zu hören. Kaum spürbar ist dabei, dass sich das Kaffeehaus an einer stark befahrenen Ecke nahe dem Donaukanal befindet. Das Publikum wirkt überwiegend älter und scheint größtenteils aus Stammgästen zu bestehen.
Die Mozartschnitte präsentiert sich in stolzer Größe: drei saftige Böden, geschichtet mit Parisercreme und einer Marzipankomponente. Der Mandelgeschmack bleibt angenehm dezent und wird von einer leicht herben Kakao-Note in Glasur und Creme begleitet. Eine ausgewogene, klassische Kombination, die gut miteinander harmoniert.
Café Zartl
Rasumofskygasse 7
1030 Wien






